Heidelberg
Altstadtguide & meine Tipps

Eigentlich schon Wahnsinn, dass ich Heidelberg gar nicht besichtigt habe, als ich dort lebte. Nach meinem jetzigen Besuch weis ich jedenfalls, dass ich hier einiges verpasst habe, denn Heidelberg ist eine absolute Altbauflair-Bombe, was ich persönlich total liebe!

Schon Fred Raymond sang „Ich hab‘ mein Herz in Heidelberg verloren … In Heidelberg am Neckarstrand.“. Denn viele Dichter und Komponisten waren so fasziniert von Heidelberg, dass es gleich einen ganzen Philosophenweg bedarf. Der Charme, den die Stadt verspürt ist in Deutschland wohl einmalig. Kleine Gassen, Altbauarchitektur, schnuckelige Cafés und urige Läden, das alles findet man in Heidelberg. Um meine Liebe zu dieser Stadt zu verstehen, muss man einfach selbst dort gewesen sein.

Wissenswertes

Heidelberg ist eine, mit knapp 150.000 Einwohnern, kleine Stadt im Bundesland Baden-Württemberg und liegt direkt am Neckar. Die ehemalige kurpfälzische Residenzstadt ist vor allem bekannt für die unglaubliche malerische Altstadt mit der Schlossruine sowie für die Universität, die älteste Hochschule auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Wissenschaftler aus aller Welt wollen hier studieren und Millionen von Besuchern strömen jedes Jahr nach Heidelberg. Für einen kurzen Ausflug am Wochenende eignet sich diese kleine Stadt, die eher das Bild einer großen Gemeinde vermittelt absolut perfekt.

Die heißesten Monate sind Juli und August, hier kann das Thermometer schon einmal über 35 Grad klettern. Für einen Städtetrip eignen sich daher eher die Monate Mai, Juni und September, denn auch hier bleiben die Temperaturen im guten zweistelligen Bereich von 20-30 Grad. März, April und Oktober werden schon etwas kühler, bleiben aber ebenfalls noch in einer angenehmen Temperaturspanne. Wenn ich Städtetrips unternehme, dann meist im Juni und September.

Im Juli und August würde ich von einem Städtetrip abraten, denn Temperaturen zwischen 25 und 35 Grad können solche Ausflüge eher belasten. Dafür eignen sich diese heißen Monate perfekt für einen Badeurlaub in den tausenden Seen. Hier ein kurzer Überblick über die beste Reisezeit:

Heidelberg erleben

Wenn man einen Reiseführer öffnet, springt einem sicherlich sofort die Schlossruine Heidelberg ins Gesicht. Kein Wunder, ist sie doch das Wahrzeichen der Stadt und versprüht trotz dem Ruinenstil noch richtig viel Leben. Touristen aus aller Welt sehen sich die Ruine an, Studenten aus Heidelberg relaxen im Schlossgarten und einfach jeder genießt besonders die Abendstunden mit dem Blick auf die Altstadt.

Der Schlossgarten ist für jeden frei zugänglich und gibt einen wundervollen Blick auf die Altstadt und die Schlossruine.

Möchte man das Innere des Schlosses kennen lernen, dann zahlt man

Erwachsene 7,00 EUR
Ermäßigte 4,00 EUR

Das Schlossticket beinhaltet die Hin-und Rückfahrt mit der Bergbahn zum Schloss, den Schlosshofeintritt, die Besichtigung des Großen Fasses sowie den Eintritt in das Deutsche Apothekenmuseum.

Möchte man allerdings eine geführte Schlosstour machen, zahlt man zusätzlich

Erwachsene 5,00 EUR
Ermäßigte 2,50 EUR

Pro-Tipp: Ab 17:00 Uhr darf man kostenlos in den Innenhof der Schlossruine.

Wie kommst du zum Schloss Heidelberg?
Es gibt mehrere Wege, dorthin zu kommen, besonders beliebt für die Tagestouristen ist die Bergbahn. Sie ist im Schlossticket inbegriffen.
Ich bin gelaufen und zwar über knapp 300 Treppenstufen durch einen kleinen Pfad, vorbei an sehr alten Villen.
Der Fußweg über den Friesenberg ist nicht ganz so steil wie der Stufenweg, den ich nahm.
Der Fußweg lohnt sich meiner Meinung nach trotzdem, denn auch von hier hat man auf den verschiedenen Höhenmetern gute Blicke über die Stadt.

Auch wenn man schon einen richtig guten Blick über die Altstadt von der Schlossruine aus hat, empfehle ich, die Stadt unbedingt hautnah zu erleben. Der Trubel durch die Hauptstraße – Heidelbergs Einkaufsmeile – versprüht irgendwie seinen ganz eigenen Charme. Hier warten viele kleine Cafés, schnuckelig urige Läden und auch Locations für Hipster und junge Leute. Also: Hier steppt der Bär. Wenn nicht hier, wo sonst in Heidelberg. Urkundlich erwähnt wurde die Altstadt im Übrigen das erste Mal um 1196.

Pro-Tipp: In einer kleinen Nebengasse der Hauptstraße gibt es den Heidelberger Zuckerladen. Hier kann man sich wie früher „eine gemischte Tüte“ selbst zusammenstellen. Danach kann man mit dem netten Besitzer an der Kasse sogar noch um die Wette würfeln. Er fragte mich nach einer Zahl, ich antwortete „2“. Danach sollte ich die Würfel in den Becher stecken, ich würfelte und es lag eine 2 auf dem Tisch. – Zufall? Mein Freund sagte 7, würfelte und es lag eine 5 und eine 2 auf dem Tisch. – Zufall?

Pro-Tipp: In Heidelbergs Altstadt findet man das beste und außergewöhnlichste Eis bei „Schmelzpunkt“. Die Sorten klingen meist so banal, dass man sich kaum vorstellen kann, dass es schmeckt. – Weit gefehlt.

Einen wundervollen Blick auf die Altstadt findet man nicht nur im Schlossgarten, sondern ganz besonders auch auf dem Philosophenweg. Durch die perfekte Lage direkt gegenüber der Altstadt und der Schlossruine, zieht dieser Weg viele tausende Touristen an. Der Weg ist nur knappe 2 km lang, ist allerdings zu Beginn recht steil. Vom Stadtteil Neuenheim führt der Weg auf den Heiligenberg. Auf halber Strecke findet man dann den Philosophengarten. Ein Platz für Dichter und Denker.

Allerdings kommt die Bezeichnung nicht von den erwähnten Persönlichkeiten, die hier Platz für ihre Gedichte fanden, sondern höchstwahrscheinlich von den Studenten in Heidelberg, die den Weg schon früher als idealen Ort für Spaziergänge und ungestörte Zweisamkeiten nutzen.

Ein weiterer Zugang zum Philosophenweg ist der von der Alten Brücke aus heraufführende Schlangenweg. Viele Touristen kommen auch so auf den Philosophenweg, da er von der Altstadt besser zu erreichen ist. Der Name kommt daher, da der Weg sich windet, zum Teil aus Treppen besteht und zickzackförmig den Berg hinauf verläuft.

Geht man – wie ich – den Schlangenweg nach unten, kommt man dann auch zur Alten Brücke. Ich würde das Überqueren der Brücke beinahe „Religion“ nennen. Jeder der in Heidelberg war, geht mindestens einmal darüber. Von ihr aus hat man eine wundervolle Sicht entlang dem Neckar und auch auf die Schlossruine.

Eigentlich nennt man die Brücke auch „Karl-Theodor-Brücke“, da 1788 der Kurfürst Karl Theodor diese aus Neckartäler Sandstein erbauen ließ. Heute nutzen nur Fußgänger und Radfahrer die Brücke.

Eine Sache konnte ich leider nicht fotografieren, da sie im Gerüst eingehüllt war: Der Brückenaffe. Bevor man die Altstadt über die Alte Brücke verlässt, steht links von ihr der bekannte Brückenaffe. Die Geschichte dieses Affen reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Dort saß scheinbar schon ein Affe im Brückenturm, der eigentlich Angst für alle Neuankömmlinge verbreiten sollte. Der Affe allerdings fasste sich stets an sein Hinterteil und zeigte so den „Kurpfälzischen Gruß“. Neben dem Affen findet man auch heute noch das Gedicht von Marin Zeiller:

„Was thustu mich hie angaff en? Hastu nicht gesehen den alten Affen zu Heydelberg / Sich dich hin und her / Da findestu wol meines gleichen mehr.“

Einen Pro-Tipp gibt es noch zum Schluss: Wenn man einen schönen Sonnenuntergang genießen möchte, dann entweder im Schlossgarten oder auf der Neckarwiese!

Anreise nach Heidelberg

Nach Heidelberg kommt man auf so vielen Wegen. Die meisten Deutschen nutzen aber vor allem das eigene Auto und den Zug.

Obwohl Heidelberg keinen eigenen Flughafen hat, ist die Stadt gut mit dem Flugzeug erreichbar. Der große internationale Flughafen in Frankfurt a. M. ist nur 45 Minuten entfernt. Von dort aus kann man ganz einfach mit dem Fernbus oder mit dem Zug nach Heidelberg reisen.

  • Erwischt man ein Schnäppchen, kostet der Bus nur 5 EUR!
  • Der Zug hingegen kostet meist 20 EUR

Möchte man mit dem Zug anreisen, landet man wohl oder übel an Heidelbergs Hauptbahnhof. Der Bahnhof ist fußläufig zur Altstadt etwa 15 Minuten entfernt.
Heidelbergs Bahnhof ist leider kein Kunststück und erinnert eher an einen Bunker aus dem 2. Weltkrieg. Deshalb kann ich hier nur sagen: Niemals das Stadtbild an den Bahnhof hängen, sonst wäre ich selbst vermutlich wieder in den nächsten Zug gestiegen und schnell verschwunden.

Die Ticketpreise variieren hier je nach Ausgangsort. Trotzdem liegt Heidelberg so zentral, dass man z. B. nach Hamburg nur 5 h, nach Köln 2 h und nach Zürich beispielsweise nur 3,5 h Fahrzeit hat.

Wer mit dem Auto nach Heidelberg fährt, nimmt die Autobahn A5/ A656 (Darmstadt-Karlsruhe/Basel) und wählt die Ausfahrt Autobahnkreuz Heidelberg oder Heidelberg Schwetzingen und folgt dann den Wegweisern und den Hinweisen des Parkleitsystems.

Fortbewegung in Heidelberg

Heidelberg kann man super gut zu Fuß erkunden. Die Stadt ist wirklich nicht groß und ich kann eigentlich auch keine andere Fortbewegung empfehlen. Zu Fuß ist man einer Stadt sowieso immer viel näher und die Altstadt hat jetzt nicht die Dimensionen, dass sie zu Fuß nicht erkundbar wäre.
Es gibt natürlich auch andere Möglichkeiten.

In Heidelberg gibt es auch öffentlichen Personennahverkehr – die Straßenbahn und die öffentlichen Busse.

Die Fahrkarten erhält man an den Ticketautomaten an den jeweiligen Haltestellen, wenn diese nicht funktionieren, dann kauft man das Ticket beim Fahrer.

1 Fahrt – 2,60 EUR
5 Fahrten – 12,50 EUR

Es gibt aber auch Tagestickets

24h-Ticket 6,70 EUR
72h-Ticket 16,20 EUR

Unterkunft und meine Restaurant-Tipps

Unterkunft

Heidelberg ist wirklich keine billige Stadt. Besonders die Altstadt weis, was sie verlangen kann und wie man Touristen das Geld aus der Tasche zieht. Das liegt zum einen daran, dass die Stadt an immer mehr Beliebtheit gewinnt und auch immer mehr Studenten hierher kommen, zum anderen wird die Stadt immer weiter ausgebaut.

Das NH-Hotel Heidelberg bietet hierbei fast die beste Alternative. Es liegt in der Bergheimer Straße. In der Straße habe ich früher gewohnt und kann nur versichern, dass es zur Altstadt nur ein paar Meter zu Fuß sind. Das Hotel bietet eine gehobene Klasse, schöne Zimmer und ein super Frühstück. Für die Lage in der Altstadt, passt das Preis-Leistungs-Verhältnis.
Kosten: 91 EUR/Nacht
Lage: Bergheimer Straße 91 / 69115 Heidelberg
Hier buchen: NH-Hotel Heidelberg *

Meine Restaurant-Tipps für Heidelberg

Eigentlich bietet die Küche in Heidelberg bzw. in der Kurpfalz gerne zünftige Speisen. Da ich aber gerne kulinarisch unterwegs bin, habe ich zwei Läden gefunden, die ich jedem nur ans Herz legen kann.

  • BAY JOK – Der kulinarische Traum jedes Asia-Fans. So authentisch wie hier habe ich noch nirgendwo Thailändisch gegessen! Der Küchenchef kommt aus Nordthailand und hat hier das typische Gericht Khao Soi mitgebracht. Unbedingt probieren!
  • Die Kuh die lacht – Zugegeben ein sehr banaler Name, kommt hier doch Rindfleisch in Form von Burgern auf den Tisch. Trotzdem: So einen Burgergeschmack erlebt man selten, denn hier ist alles frisch, auch das Brot!

Kosten für den Aufenthalt in Heidelberg

Kostenübersicht Heidelberg

Preise für 2 Tage

Gesamt

297,20 EUR

Unterkunft

91,00 EUR


Essen & Trinken

73,20 EUR


Touren & Aktivitäten

/

Fortbewegung
Mietwagen von Österreich + Tanken

128,00 EUR


Sonstiges
Souvenir

5,00 EUR

Fazit

Heidelberg ist eine wunderschöne und vor allem saubere Stadt. Ein Kurztrip über ein Wochenende ist hier wirklich ausreichend. Ich wohnte hier bereits und kann immer noch nicht fassen, was ich eigentlich alles verpasst hatte. Selbstverständlich bietet Heidelberg auch außerhalb der Altstadt noch einiges an, doch der zentrale Kern ist und bleibt die Altstadt mit ihrem unverkennbarem Charme.

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