Riga – Sehenswürdigkeiten & Tipps

Ich weis eigentlich gar nicht, wieso ich mich für Riga entschieden habe. Die Stadt hatte ich weder auf dem Schirm, noch war mein Interesse so groß, mir die Stadt gerade jetzt anzusehen. Wahrscheinlich war es eher die Tatsache, dass sich Riga super für einen Wochenendtrip eignet. Von München aus fliegt man nur knapp 2 Stunden und die Flüge sind wirklich spottbillig.

Als ich aber dann tatsächlich hier war, wurde mir schnell klar, dass ich mich in der Stadt richtig getäuscht habe. Hätte ich viel Armut und dreckige Straßen erwartet – ja, das typische Klischee aus dem Osten – läge ich hier definitiv falsch! Riga blüht in der Rolle als Perle des Baltikums förmlich auf, die Stadt ist blitzblank und hat einen richtig coolen Stil.

Wissenswertes

Riga ist die Hauptstadt Lettlands und liegt am Unterlauf der Düna. Mit nur 700.000 Einwohnern ist Riga die größte Stadt des Baltikums. Die alte Hansestadt ist berühmt für ihre Jugendstilbauten sowie für die gut erhaltene Innenstadt, besonders die Altstadt zieht jährlich viele tausend Touristen an. Das Hinterland von Riga wird geprägt von ausgedehnten Mooren und Sümpfen, die vor allem als natürlichen Schutz dienen. Besonders in den Nebensaisons eignet sich Riga hervorragend für einen Städtetrip, denn dann gibt es weniger Kreuzfahrttouristen als im Sommer.

Die heißesten Monate sind Juli und August, hier kann das Thermometer schon einmal auf über 20 Grad klettern. Für einen Städtetrip eignen sich aber auch Mai, Juni und September, denn auch hier bleiben die Temperaturen im zweistelligen Bereich. April und Oktober wird dann schon kälter. Zwar sind die Temperaturen noch im Plusbereich, aber hier weht gut und gerne der eisige Wind aus dem Nachbarland Russland über Lettland, sodass auch hier schon Schnee fallen kann. Das macht einen Städtetrip eher ungemütlich. Hier ein kurzer Überblick über die beste Reisezeit:

Riga erleben

Ok, ich weis, das steht mit Sicherheit in jedem Reiseführer auf der ersten Seite – aber zurecht! Die Altstadt ist vielfältig, wunderschön und hat viele Sehenswürdigkeiten zu bieten. Jeder der in Riga war sollte unbedingt einmalig die St. Petri Kirche gesehen haben. Vor allem der Aussichtspunkt im Kirchturm bietet eine 360 Grad Aussicht. Der Eintritt kostet zwar 9 EUR, aber das ist es definitiv wert.

Danach sollte man unbedingt einmal um die St. Petri Kirche laufen. Du wirst hier nämlich die Bremer Stadtmusikanten finden. In dem Moment denk man sich sicher “hä, die sind doch in Bremen, in Deutschland”. – Stimmt, aber als Bremen die Partnerstadt von Riga wurde, schenkten sie ihnen als Zeichen der Freundschaft einen Nachbau der Stadtmusikanten. Hier kann man sogar ein altes Ritual durchführen: Reibe an den Nasen der Tiere, das soll nämlich Glück bringen, je höher man kommt, umso mehr Glück erwartet einen.

Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Riga ist wohl der Rathausplatz mit dem Schwarzhäupterhaus. Das Haus wurde bereits im 14. Jahrhundert gebaut und war damals das angesehenste und reichste Ort in Riga. Das lag daran, dass hier die unverheirateten Kaufleute lebten. Leider wurde es im zweiten Weltkrieg komplett zerstört und auch erst 1999 von der Stadt Riga originalgetreu wieder aufgebaut. Das Gebäude hat einen schönen Fassadenschmuck und bleibt wohl auch weiterhin das meist fotografierte Haus in ganz Riga.
Ich hatte natürlich wieder das herausragende Glück, dass die beste Sehenswürdigkeit im Baugerüst eingeschlossen ist…

Auch ein bekannter Gebäudekomplex in Rigas Altstadt sind die drei Brüder. – Die Legende sagt, dass die Häuser damals von drei Brüdern errichtet wurden. Das Haus 17 ist das älteste Steingebäude im Stadtgebiet, es wurde bereits im 15. Jahrhundert erbaut. Das Haus 19 wurde im Stil des Manierismus geschmückt und das Haus 21 erhielt den barocken Stil. In diesen drei Häusern wurde früher gewohnt, gearbeitet und Handel betrieben. Auch diese Gebäude wurden im zweiten Weltkrieg zerstört aber bereits in den 50er Jahren wieder aufgebaut. Heute findet man dort das Museum der lettischen Architektur und das Büro der Denkmalschutzbehörde.

Neben Rigas wunderschöner Altstadt gibt es natürlich noch andere tolle Orte, die man sich anschauen sollte. Riga hat wirklich viele Parks, dass man kaum entscheiden kann, welcher von ihnen der schönste ist.

Wenn man die Altstadt Richtung Osten verlässt, steht man irgendwann vor dem Opernhaus. 1860 wurde das Gebäude errichtet. Leider brannte es 1882 komplett nieder, wurde aber wieder originalgetreu aufgebaut. Ich finde, Opern sind sowieso immer super schöne pompöse Gebäude. Ich zumindest habe noch keine Oper gesehen, die mir nicht gefallen hat.

Direkt hinter Rigas Oper befindet sich dann auch schon der erste Park. Der Kronvalda Park zeichnet sich besonders durch die knallbunten Blumenbeete aus. Außerdem ist dieser Park etwas entspannter als die anderen, da hier kaum Touristen umherwandern.

Was mir auch direkt auffiel, in jedem Park gibt es freies Wlan. Also zum Arbeiten natürlich auch absolut klasse!

Wenn man am anderen Ende des Parks angelangt ist, befindet sich rechts das Freiheitsdenkmal und gerade aus direkt der nächste Park, der Basteiberg.

Die Pfade des Basteiberges verlaufen auf verschiedenen Niveaus – man kann auf den Gipfel des Hügels hinaufsteigen oder um den Gipfel herumschlendern und die farbenprächtige Landschaft bewundern. Den Hügel hinunter sprudeln Wasserfälle und Kaskaden, im Park sind mehrere Skulpturen aufgestellt und nach ein paar Metern steht immer eine Bank, wo man sich ausruhen kann. Den farbigen Charakter des Steingartens machen seine Blumenbeete aus. Wenn man eine der kleinen Brücken überquert sollte man auf etwas achten: Dort haben frisch Vermählte Schlösser angebracht, in der Hoffnung, dass ihre Liebe glücklich die Zeiten überdauert. Der Park hat auch ein Kanalufer. Hier findet man Schwäne und wenn man etwas Glück hat, kann man einen sehr interessanten Bewohner des Kanals finden, den Biber! Im Sommer hat man die Möglichkeit, am Basteiberg mit der Wasserbahn über den Kanal zu fahren oder sich selbst in die Ruder zu legen – die Bootsanlegestelle befindet sich direkt gegenüber dem Park.

Weil ich es gerade erwähnte: Das Freiheitsdenkmal. Es liegt zwischen dem Kronvalda-Park und dem Basteiberg.

Die Frau an der Spitze des Denkmals trägt 3 goldene Sterne. Diese waren ursprünglich als Symbole für die drei lettischen Regionen Kurland, Livland und Lettgallen gedacht. Um den sowjetische Besatzern entgegen zu kommen, änderte man einfach die Symbolik der Figur. Die Frau stellte Mütterchen Russland dar, die die drei baltischen Staaten (Lettland, Estland, Litauen) als Sterne dargestellt in ihrer großen Gemeinschaft aufnimmt.

Eigentlich wirklich irre, was eine Änderung der Symbolik doch erreichen kann.

So unscheinbar es klingen mag, hier handelt es sich einfach um eine Straße. Die Alberta iela Riga. Das besondere daran ist, dass die -nicht allzu lange- Straße komplett aus Jugendstilhäusern besteht. Eine richtige Jugenstilperle also. Acht der Häuser sind sogar staatliche Architekturdenkmäler. Man glaubt es kaum, wie interessant eine Straße sein kann. Aber der Baustil ist einfach absolut pompös.

Was ich wirklich liebe, sind Märkte in Städten, wo Einheimische einkaufen gehen. Authentischer geht es hier wirklich nicht mehr. Der Central Market in Riga ist der größte Lebensmittelmarkt Lettlands. 1930 galt er sogar als modernster und größter Markt Europas. Der Markt befindet sich in mehreren Hallen, die sich nach Themen der Waren unterteilen: Obst und Gemüse, Milch, Fleisch, Fisch und Gastronomie. Der Markt wirkte auf jeden Fall sauber und aufgeräumt. Für Local-Food ist man hier definitiv an der richtigen Adresse.

Den letzten Abend verbrachte ich im Radisson Blu Hotel Riga. Warum? In der Skybar hat man einen unglaublichen Blick auf den Sonnenuntergang über der Düna. Eintritt muss man hier keinen bezahlen. Aber es ist gerne gesehen, wenn man wenigstens einen Cocktail und / oder etwas zu Essen bestellt. Für mich gab es Cocktails und Chili-Cheese-Nachos. So konnte ich den Abend hervorragend ausklingen lassen.

Anreise nach Riga

Nach Riga kommt man auf so vielen Wegen. Die meist benutzten Mittel dafür sind wohl das Flugzeug, das eigene Auto oder das Schiff.
Man könnte aber auch mit Bus, Bahn einer eigenen Yacht oder einem Kreuzfahrtschiff anreisen.

Riga ist der größte internationale Flughafen des Baltikums. Die meisten Direktflüge verbinden Riga mit Endzielen in Europa und Asien, aus anderen Ländern gibt es aber immerhin Verbindungsflüge. Außerdem gibt es zwei Terminals, eins für Schengen-Vertragsstaaten und für Reisende aus allen anderen Ländern.

Die Flugzeit beträgt von München aus nur knapp 2 Stunden, weshalb es sich definitiv für einen Ausflug über ein verlängertes Wochenende eignet. Außerdem sind die Flüge wirklich spottbillig.

Bis ins Zentrum von Riga sind es nur kurze 13 km. Hier kann man ganz bequem per Bus oder Taxi fahren.

  • Ein Taxi kostet zwischen 7 EUR und 15 EUR, frag einfach den Taxifahrer vorher, was er verlangt. Es gibt am Flughafen zwei Unternehmen, die die Gäste ans Ziel bringen:”Baltic Taxi GmbH” und “Taxiparks Riga (Red Cab)”.
  • Du kannst aber auch mit dem Bus der Linie 22 fahren. Wenn du in die Altstadt musst steigst du am besten bei der Station “11.novembra krastmala” aus. Die Fahrt dauert ca. 30 Minuten, kostet aber nur knapp 55 Cent – 1 EUR.

Riga besitzt über seinen Fluss einen direkten Zugang zum Meer, weshalb es auch möglich ist, mit einer Fähre anzureisen. Nach Stockholm, Tallinn und Lübeck gibt es 4 x wöchentlich Verbindungen. Der Hafen findet sich auch direkt in der Stadt, man muss dazu also nicht einmal weit aus der Stadt fahren.

Ich bin z. B. mit dem Bus aus Tallinn angereist. Im Baltikum selbst bewegt man sich mit diesen Fernbussen wirklich billig fort und die Busse sind noch richtig bequem und luxuriös. Ich bin mit Ecolines gefahren und hatte im Bus sogar einen eigenen TV im Sitz, womit ich aktuelle Filme sehen oder Mini-Spiele spielen konnte. Das Ticket kostet im Schnitt 15 EUR.

Fortbewegung in Riga

Riga kann man super gut zu Fuß erkunden. Die Stadt ist wirklich nicht groß und ich kann eigentlich auch keine andere Fortbewegung empfehlen. Zu Fuß ist man einer Stadt sowieso immer viel näher.
Es gibt natürlich auch andere Möglichkeiten.

In Riga gibt es vier Arten von öffentlichem Personennahverkehr – die Straßenbahn, den Trolleybus, den Autobus und den Elektrozug.

Die öffentlichen Verkehrsmittel der Stadt verkehren zwischen 05:30 und 23:30 Uhr.
Man kann sich zwar eine Fahrkarte beim Fahrer der Straßenbahn, des Trolleybuses oder Autobus kaufen (Fahrpreis 2,00 EUR), diese ist aber meist teurer, als wenn man eine Karte in Form eines „E-Fahrscheins“ („E-Talons“) im Vorverkauf bei einem Zeitschriftenkiosk kauft. E-Fahrscheine sind für eine bestimmte Anzahl von Fahrten erhältlich.

1 Fahrt – 1,15 EUR
5 Fahrten – 5,75 EUR
10 Fahrten – 10,20 EUR
20 Fahrten – 20,70 EUR

Es gibt aber auch Tagestickets

24h-Ticket 5,00 EUR
72h-Ticket 10,00 EUR
120h-Ticket 15,00 EUR

Der E-Fahrschein ist ein einheitlicher elektronischer Fahrschein, der eine moderne und bequeme Zahlungsweise für öffentliche Transportdienste ermöglicht.
Die Strafe fürs Schwarzfahren beträgt im Übrigen 20 bis 50 Euro.

In Riga kann man sich auch mit dem Elektrozug fortbewegen. Der Fahrpreis innerhalb der Stadtgrenzen von Riga beträgt 0,70 EUR.
Viele nutzen den Elektrozug, um in den Kurort Jurmala zu gelangen, eine Fahrt bis dorthin dauert ca. 40 Minuten. Zu beachten gilt, dass es in Jurmala mehrere Bahnhöfe gibt, allerdings keinen ‚universellen“. Die Namen der beliebtesten Erholungsorte in Jurmala (und auch der Bahnhöfe) sind Lielupe, Bulduri, Dzintari, Majori und Dubulti. Eine Fahrkarte bis Jurmala kostet ca. 1,40 EUR.

Unterkunft und meine Restaurant-Tipps

Unterkunft

Riga ist für europäische Verhältnisse richtig billig. Somit stellt sich gar nicht die Frage, ob man hier günstig übernachten kann. Vielmehr stellt sich nur die Frage, wie günstig man es möchte.

Ich übernachtete im Mercure-Hotel. Das Hotel liegt direkt zum Zentrum der Stadt und ist für seine 4 Sterne Superior relativ billig. Das Zimmer war wirklich groß und das Bad auch eher überdurchschnittlich. Es war modern eingerichtet und das Frühstücksbuffet, was inklusive war, kann man fast mit einem All-Inklusive-Hotel vergleichen. Es war wirklich gigantisch und es wurde sogar frisch gekocht.
Kosten: 46 EUR/Nacht
Lage: Elizabetes iela 101, Centra rajons, 1050 Riga
Hier buchen: Mercure-Hotel Riga *

Meine Restaurant-Tipps für Riga

Rigas Küche hat jetzt nicht etwas besonders Kulinarisches zu bieten. Die Küche zeichnet sich eher durch seine deftigen Gerichte aus. Aber ich mag sowie deftiges Essen lieber als süßes.

  • Riits – ein kleines unscheinbares Local-Lokal. Hier gibts vor allem “Omas Küche”. Hier kommen auch nur Zutaten auf den Tisch, die jeden Morgen frisch von lettischen Bauern gebracht werden. Absolut zu empfehlen!
  • Lido – Zuerst muss ich sagen, Lido ist eine Kette und befindet sich überwiegend in den nordöstlichen Ländern. Vor allem beliebt im Baltikum. Das Essen ist spottbillig. Man nimmt sich hier von einem Buffet das Essen, worauf man Lust hat. Dieses wird ständig frisch zubereitet. Hier gehen fast nur Einheimische essen. Gezahlt habe ich für ein ganzes Menu gerade einmal 4 EUR.
  • Radisson Blu Riga – das Hotel hat eine Skybar. Hier gibts gute und vor allem große Cocktails zu moderaten Preisen. Essen gibts in Form von Fingerfood oder Steaks.
  • Rocket Bean Roastery – ein ganz cooles Cafe mit Wlan und verdammt guten Kaffee!

Kosten für den Aufenthalt in Riga

Kostenübersicht Riga

Preise für 3 Tage

Gesamt

318,23 EUR

Unterkunft

124,00 EUR


Essen & Trinken

79,50 EUR


Touren & Aktivitäten
Aussichtspunkt

9,00 EUR

Fortbewegung
Taxi, Flug, Fernbus

104,23 EUR


Sonstiges
Souvenir

1,50 EUR

Fazit

Riga ist eine wunderschöne und vor allem saubere Stadt. Ein Kurztrip für 3 Tage ist hier wirklich ausreichend. Ich würde nur gerne einmal im Hochsommer hierher zurückkommen um mir die Orte anzusehen, die ich hier ausgelassen habe, die Uferpromenade z. B. oder ein Besuch am Strand.

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