Drei Zinnen Umrundung | Wandern in der Dolomitenregion

Vorab, bevor du mit Lesen startest, es ist das eingetroffen, wovor die meisten Blogger wohl Angst haben: Ich war so geflasht, dass ich echt vergessen habe genug Bilder zu machen, die Drei Zinnen haben mich wirklich umgehauen. Also, Asche über mein Haupt, verzeiht es mir! Die Drei Zinnen im Hochpustertal, Wahrzeichen der Dolomiten und Faszination in der Bergwelt ist ein wahres Eldorado für Bergwanderer und Klettersteig-Liebhaber. Was ich allerdings super finde: Für diesen Social-Media-Hotspot muss man etwas tun – und zwar Wandern!

Wissenswertes

Die Drei Zinnen (italienisch: Tre Cime di Lavaredo) sind markante Gebirge die in den Sextner Dolomiten liegen. Die höchste (große) Zinne ist knapp 3000 m (ok, ganz genau 2.999 m ü.d.M.), die westliche Zinne ist 2.973 m und die kleine Zinne 2.700 m. Seit 2009 gehört das Areal mit dem Naturpark Drei Zinnen zum UNESCO-Weltkulturerbe. Durch den regelrechten Touristen-Wanderboom kann es schon einmal vorkommen, dass es an manchen Tagen (besonders im Sommer und an Wochenenden) zu einem hohen Andrang und regelrechten Staus kommt. Die Erstbesteigung der großen Zinne war im Übrigen 1869, seitdem zählen die Zinnen zu den begehrtesten Gipfelzielen für Kletterer. Traurig, aber im Gebirgskrieg des 1. Weltkrieges waren die Drei Zinnen zwischen Italien und Österreich-Ungarn stark umkämpft.

Daten für eine Umrundung der Drei Zinnen

Start: Auronzohütte (2.320 m ü.d.M.)
Höhenmeter: 400 Meter
Länge: 9,5 km
Gehzeit: 3-4 Stunden
Schwierigkeit: mittel
Nicht geeignet für: Gehbehinderte, Rollstuhlfahrer oder Kinderwagen

Eine Orientierung ist problemlos möglich, Wanderschuhe empfohlen, Absturzgefahr bei normalem Verhalten weitgehend ausgeschlossen.

Die Drei Zinnen Umrundung

Der klassische Weg zu den Drei Zinnen ist der Wanderweg der rundherum führt. Startpunkt ist die Auronzohütte (2.320 m ü.d.M.). Es gibt zwar so ein paar Verrückte, die selbst den Aufstieg bis zur Auronzohütte bezwingen, aber ich fand den normalen Wanderweg schon streng genug, weshalb ich mit dem Auto bis zur Auronzohütte gefahren bin.

Tipp: Bevor du deine Wanderung startest, checke unbedingt die aktuellen Wetterbedingungen noch vor Ort. Bei Regen, Kälte, Nässe oder auch Schnee kann der Ausflug sonst auch etwas gefährlich werden und auch sehr unangenehm!

Startet man nun den Rundweg, kommt man auch schon zur Lavaredohütte (2.344 m ü.d.M.). Hier kannst du dich nun entscheiden ob du links abbiegen und entlang eines schmalen Weges unterhalb der kleinen Zinne (2857 m ü.d.M.) weiterlaufen möchtest oder ob du den längeren, gemütlicheren Schotterweg zur Lavaredo Scharte nimmst. Dieser Weg dauert, bei gemütlichem Gehen ca. 45 Minuten.

Oben angekommen erreicht man dann das klassische Bild der Drei Zinnen. Ein unfassbares Glücksgefühl, wenn man oben angekommen ist. Hier hat mir mein Fitnessstudio zum Glück sehr geholfen. Haha. Mit diesem Blick machte ich auch eine kurze Verschnaufpause, trank mein Gipfelradler und hatte auch Landjäger und Brot zum Essen dabei.

Nach der kurzen Pause ging der Weg dann weiter zur Dreizinnenhütte (2405 m ü.d.M.). Sie liegt nördlich direkt gegenüber der Drei Zinnen und bietet ein super Panorama, denn umliegend befinden sich außerdem: Schwalbenkofel, Schwabenalpenkopf, Monte Mattina, Torre Toblino, Sasso di Sesto, Paternkofel und die Croda Passaporto. Die Gipfel liegen hier zwischen 2464 m und 2800 m ü.d.M. Die Dreizinnenhütte ist eigentlich ein beliebter Spot um hier die typischen Marende („Brotzeitbrettl“) mit Speck, Kaminwurzen, Käse, sauren Gurken, Meerrettich und Tiroler Schüttelbrot zu essen. Allerdings ist hier in der Hauptsaison wirklich viel los. Viele kämpfen hier um die letzte Bierbank mit dem Blick auf die Drei Zinnen. Trotzdem gehört die Hütte mit zum Rundweg und man sollte wenigstens einen kleinen Stopp hier einlegen.

In Richtung Westen kommt dann auch die letzte Hütte auf dem Rundwanderweg. Die „Lange Alm“ liegt an der Westseite der Drei Zinnen, umgeben von der Quelle der Rienz und einigen Zinnenseen, hier konnte ich noch eine kleine Pause einlegen und mein letztes Stück Landjäger mit einem grandiosen Ausblick essen. Das letzte Stück über die Westseite der Drei Zinnen führt über ein teils schmalen Weg zurück zum Ausgangspunkt – die Auronzohütte.

Anfahrt zu den Drei Zinnen

Mit dem Auto kommt man über Toblach oder Cortina d‘ Ampezzo über Schluderbach zum Misurinasee. Von hier aus könnte man mit dem Auto noch zur Rifugio Auronzo (Parkplätze an der Auronzohütte) fahren, diese Strecke ist jedoch eine Mautstraße.

  • PKW-Maut 30,00 EUR
  • Motorrad-Maut 20,00 EUR
  • Camper-Maut und Fahrzeuge über 2,10 m Höhe 45,00 EUR

Aufpreis bei Übernachtung

  • PKW 15,00 EUR Aufpreis
  • Motorrad 5,00 EUR Aufpreis
  • Camper 25,00 EUR Aufpreis

Parkplätze gibt es am Misurinasee oder am Rifugio Auronzo.

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man von Mitte Juni bis Anfang Oktober von Toblach im Hochpustertal mit dem SAD-Linienbus 444 zur Auronzohütte.

  • Erwachsene Hin- und Rückfahrt 15,00 EUR
  • Kinder (6-13 Jahre) Hin- und Rückfahrt 8,00 EUR

Übernachtung

Ganz bequem wäre natürlich die Übernachtungen in den Hütten um die Drei Zinnen zu planen. Da ich allerdings noch anderweitig in Südtirol unterwegs war, suchte ich mir etwas Zentrales. Die umliegenden Ortschaften wie Niederdorf (30 km), Schluderbach (14 km), Toblach (23 km), Sexten (38 km) oder mein Ausgangspunkt, St. Vigil (70 km) bieten sich natürlich für eine wahrscheinlich billigere Alternative an.

Mein Hotel in St. Vigil war das Hotel “Mirabel”. Es hatte einen wirklich coolen urigen Stil und lag für mich als Ausgangspunkt für Wanderungen gut gelegen. Außerdem: Das Frühstück war super lecker und auch das Abendessen im Hotel kann sich mit einem Menu aus 4 Gängen sehen lassen.

Kosten: ca. 100 EUR/Nacht (je nach Saison auch billiger/teurer)
Lage: Via Pelegrin 11, 39030 St. Vigil
Hier buchen: Hotel Mirabel *

Fazit

Mal abgesehen davon, dass ich nie damit gerechnet hätte, meinen Luxuskörper da hoch zu kriegen, war ich natürlich absolut geflasht. Wie anfangs schon geschrieben habe ich aufgrund meines ständigen Staunens sogar das ein oder andere Bild vergessen zu knipsen. Aber dann weis man doch, dass es wirklich atemberaubend war, oder nicht? Die Wanderung kann ich einfach jedem ans Herz legen. Man wird nicht enttäuscht!

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