Pragser Wildsee | Informationen & Tipps

Ein wunderschöner smaragdgrün-glitzernder See mitten in einem Naturpark in Südtirol, ein Instagram “place to be” und der Hotspot in der Dolomitenregion: Der Pragser Wildsee (italienisch: Lago di Braies).

Wer hätte gedacht, dass ich hier einmal so schnell hinfinden würde. Wahrscheinlich auch nur, da ich von meiner Familie einen Gutschein für 2 Übernachtungen nach Wahl bekommen habe und mein Ziel in Südtirol nur 3 Stunden mit dem Auto entfernt war.

Auf jeden Fall war ich absolut geplättet, ob positiv oder negativ, denn, egal was man über diesen starken Touristenandrang zu sagen hat, der See ist meiner Meinung nach einen Besuch wert!

Wissenswertes

Der See liegt im Pragser Tal und gehört zur Gemeinde Prags. Den Naturpark nennt man im übrigen Fanes-Sennes-Prags. Der See gehört zu den größten und tiefsten Bergseen der Dolomiten und befindet sich auf rund 1500 m Seehöhe (genau 1494 m). An dem typischen Bild mit der Bergkulisse des Seekofels im Hintergrund kommt man allerdings absolut nicht vorbei.

Entstanden ist der Pragser Wildsee durch einen Murenabgang, der dann einen natürlichen Staudamm bildete. Wann genau weiß man aber nicht. Das berühmte Grandhotel am Pragser Wildsee eröffnete jedoch im Jahre 1899, muss also davor gewesen sein. Das Hotel ist im Übrigen denkmalgeschützt und steht laut Berichten immer noch in seiner Ursprungsform. Gegründet wurde es von Frau Emma (scheinbar auch die berühmteste Wirtin Europas im 19. Jahrhundert). Früher nächtigten dort natürlich der Hochadel, berühmte Persönlichkeiten und später auch KZ-Gefangene. Nach Ende des 2. Weltkriegs wurden sie in die Gegend verschleppt und befreit und die liebe Hotelbesitzerin Emma Heiss-Hellenstainer nahm sie auf und ermöglichte ihnen die Rückkehr ins Leben.

Mittlerweile gehört der Pragser Wildsee zum UNESCO-Welterbe “Dolomiten” und ist auch einer der meist besuchten Seen in Südtirol. Kennt jemand die Erfolgsserie “Die Bergpolizei” mit Terence Hill? Der See ist einer der Drehorte! Der Pragser Wildsee liegt hier im Hochpustertal und ist einer der beliebtesten Ausflugsziele, vor allem für die legendären Bootsfahrten in einem alten Holzboot über den See oder die Seeumrundung auf den zahlreichen Wanderwegen.

Touristenboom

Was man abseits der schönen Bilder allerdings bewundern kann ist der unfassbare Touristenstrom. Keine Frage, überall liest man, dass der See wie aus dem Bilderbuch ist, aber immer wieder kommen hier auch negative Kritiken, denn auch Zeitungen etc. entwickelten schon Titel wie “vom Paradies zur Hölle”, “Abzocke” und “ein starker Touristenmagnet”. Trotzdem wollte ich mir dann doch ein eigenes Bild machen, auch, weil ich den See unbedingt selbst einmal sehen wollte, denn schön bleibt er – trotz Touristen.

Ich war im frühen Juni dort – eher die späte Nebensaison und war 2 Stunden bevor der Bootsverleih dicht machte. Scheinbar waren die Touristen die am Tag unterwegs waren schon weg und die Frühbesucher ebenfalls, ich konnte sogar in der ersten Reihe einen Parkplatz ergattern. Allerdings, so wie ich das mitbekommen habe, sollte man wohl den Juli und August meiden. Dort ist es am wärmsten und demnach sind hier auch sehr viele Touristen unterwegs. Der erste öffentliche Bus kommt schon gegen 8:30 Uhr und die Shuttlebusse im Stundentakt. Am Abend, kurz vor Ende, war allerdings nicht mehr so viel los und ich konnte noch bequem mit einem Ruderboot den See erkunden – war eiskalt aber irgendwie geil!

Wanderungen am Pragser Wildsee

Wanderung um den Pragser Wildsee – die klassische Rundwanderung
Der wohl beliebteste Wanderweg am See ist der Rundweg. 3,5 km lang schlängelt er sich um den See. Gestartet wird normalerweise am Hotel. Vorab sei gesagt: Der Weg ist nicht barrierefrei und demnach auch ungeeignet für Kinderwagen. Am Ostufer muss man teils steile Holzstufen erklimmen und die Höhenmeter sind – gerade für Anfänger – auch nicht gerade ohne.

Dolomiten Höhenweg 1
Der Wanderstart für diese klassische mehrtägige Wanderroute ist der Pragser Wildsee. Der Weg ist rund 150 km lang und führt bis nach Belluno. Die erste Etappe führt auch zur Seekofelhütte, was sich auch als Tagewanderung perfekt anbieten würde.

Hochalmhütten
Vom Pragser Wildsee aus kann man hier auf 2.114 m Höhe hinaufsteigen. Die etwas anstrengende Tour bietet unterwegs aber viele Einkehrmöglichkeiten. Eine super Verbindung zu dieser Tour: Von den Hochalmhütten kann man ins Lapedurestal wandern und gelangt in ca. einer Stunde zum Hochalpensee (2.250 m), der einer der schönsten Dolomitenseen im Naturpark Fanes-Sennes-Prags ist.

Die beste Besuchszeit

Grundsätzlich kann man natürlich das ganze Jahr über dem See einen Besuch abstatten.
Allerdings: Im August wird der Pragser Wildsee zum Touristenmekka. Klar, das Wetter ist hier besonders schön und eine schöne Bootsfahrt über den See ist hier richtig angenehm. Somit sollte der August also am besten gemieden werden. Ich war dort im Juni, also kurz vor der Hauptsaison (Juli-August) und das auch relativ spät am Abend – kurz bevor der Bootsverleih geschlossen hat. Ich war positiv überrascht und hatte wohl eine der besseren Besuchszeiten erwischt.

Bootsverleih

Wer es sich leisten kann und will, sollte eine Bootsfahrt mit den traditionellen Ruderbooten über den See unternehmen. Die Boote können von Mitte Juni bis Ende September täglich von 10:00 Uhr – 17:00 Uhr ausgeliehen werden.

Preise für ein Boot (Stand 2018)

  • 30 Minuten 15,00 EUR
  • 60 Minuten 25,00 EUR

Keine Sorge, wenn du 5 Minuten drüber bist: Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

Anreise zum Pragser Wildsee

Am besten ist es, wenn du mit dem Auto anreist. Auch wenn aufgrund der Parkplatzsituation vor Ort eher davon abgeraten wird. In das Pragser Tal kommst du am besten von der Brenner Autobahn A22 (Ausfahrt Brixen), von Venedig über die A27 bis Belluno und Toblach oder über die Staatsstraße E66 (Pustertal) von Lienz oder Klagenfurt. Die Straße in das Tal zweigt zwischen Welsberg-Taisten und Niederdorf ab, danach sind es noch ca. 8 km, die Straße endet vor dem Hotel, direkt am See.

Etwas umständlicher geht es aber natürlich auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Hierfür fährt man einfach mit dem Zug zum nächstgelegenen Bahnhof in Niederdorf (Villabassa) und von dort aus weiter mit einem Taxi oder dem Bus. Der Bus (Linie 442, St. Veit bis Prags) fährt von Niederforf stündlich von 8:00 Uhr – 18:00 Uhr, die Fahrt dauert ca. 20 Minuten. Der letzte Bus vom Pragser Wildsee fährt um 18:30 Uhr, den sollte man also nicht verpassen. Aktuelle Fahrplaninfos gibt es hier: Südtirol Mobil.

Parken am Pragser Wildsee

Es gibt 3 große Parkplätze in der Nähe des Sees. Allerdings sind alle privat und somit kostenpflichtig. Kostenlose Parkplätze gibt es überhaupt nicht, also bitte nicht auf die Idee kommen irgendwo an der Straße zu parken. Die Preise variieren hier je nach Saison und wie weit vorne man parkt, meist zwischen 4-8 EUR. Auch mit einem Wohnmobil variieren die Kosten je nach Parkplatz und Weg zum See. Stehen dürfen Wohnmobile allerdings nur im Sommer auf den Parkplätzen. Es gibt hier allerdings keine Wasser- oder Stromanschlüsse.

Einziger Tipp hier: Wenn du im Hotel am Pragser Wildsee eine Nacht buchst, parkst du natürlich vor dem Hotel kostenlos.

Unterkunft am Pragser Wildsee

Ganz bequem wäre natürlich eine Nacht direkt am Hotel Pragser Wildsee. Allerdings zahlt man hier auch gut und gerne in der Hauptsaison 200,00 EUR die Nacht. – Für mich also viel zu teuer.

Die umliegenden Ortschaften wie Niederdorf (13 km), Welsberg-Taisten (11 km), Toblach (16 km), Bruneck (28 km), Sexten (27 km) oder mein Ausgangspunkt, St. Vigil (44 km) bieten sich natürlich für eine billigere Alternative an.

Mein Hotel in St. Vigil war das Hotel “Mirabel”. Es hatte einen wirklich coolen urigen Stil und lag für mich als Ausgangspunkt für Wanderungen gut gelegen. Außerdem: Das Frühstück war super lecker und auch das Abendessen im Hotel kann sich mit einem Menu aus 4 Gängen sehen lassen.

Kosten: ca. 100 EUR/Nacht (je nach Saison auch billiger/teurer)
Lage: Via Pelegrin 11, 39030 St. Vigil
Hier buchen: Hotel Mirabel *

Fazit

Sicher ist der Pragser Wildsee ein “place to be” oder ein “ich muss einmal dort gewesen sein – Ort”. Allerdings muss man hier mittlerweile durch den ganzen “Fame” mit hohen Besucherströmen rechnen.

Deshalb: Ich kann zwar einen Besuch des Sees empfehlen, da er wirklich wie aus dem Bilderbuch ist, aber auch nur, wenn keine Touristenströme vor Ort sind. Heißt also: Ganz ganz früh oder ganz ganz spät, auch mit dem Wissen, dass man dann vielleicht nicht Boot fahren kann.

Wem allerdings diese Massen an Menschen nichts ausmacht, der kann natürlich zu jeder Tageszeit dorthin und den atemberaubenden Blick genießen.

Wie stehst du denn zu diesen ganzen Hotspots, die immer mehr an Beliebtheit erlangen? Selbst entdecken oder lieber vermeiden?
Warst du schon einmal dort oder möchtest es jetzt nach diesem Beitrag? Erzähl es mir in den Kommentaren!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus

Akzeptieren*

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Menü